erich josef
 
Worte zur Zeit
Zufallsworte

...von Sinn und Licht und Gott


Lichtzeit

Lichtzeit tropft
aus allen Fugen,
fällt zu Kreisen,
verdampft,
verdichtet sich,
verläuft
unfassbar
und steht dann -
greifbar fast -
lässt sich berühren –
und -
berührt dich.

Doch fasst du sie,
gibt sie sich flüchtig,
scheu,
enteilt dir.
Und du,
bleibst neben ihr zurück.




Los Gott

Los Gott, bin ich?
Gott los bin ich.
Ich bin los, Gott
Los Gott, ich bin,
ich bin gottlos?
Bin ich Gott los?
Los, ich bin, Gott




Herzlicht

Schnee vor meinem Fenster,
grau mehr als weiß.
Sonne scheint
- wenn -
nur in unseren Herzen,
Herzlicht,
wie du sagst




Himme und Wöd

Waun des Blaal
ned owafollad,
jezd,
donn wissad i ned,
dass om ara Himme is,
imma,
und ned heruntn nua
de Wöd





Welchen Sinn

Welchen Sinn
     hat der Sinn,
warum liebt
     die Liebe,
was denkt
     das Denken,
wohin spürt
     das Spüren,
wen verführt
     der Verführer,
wonach fragt
     die Frage
was soll
     das Sollen
und wie sehr will
     das Wollen,
dass das Sein ist
und die Liebe liebt,
das Denken spürt,
     dass es vom Spüren verführt
die Frage fragen darf,
warum das Sollen
     größer sein soll
     als das Wollen
das Denken größer als Fühlen?
Und nachsinnen
     nach Sinn




Himmel götterfrei

Ich frage mich,
was wäre diese,
- "Kirche" -
OHNE Dach,
wenn ich hier sitze
und hinaufsehe
in das Engel- und
Heiligenbevölkte
Gewölbe
Der Himmel wäre offen
- für alle....
Freier Flug
und
ungebremster Aufstieg,
unaufhörliches Auf und Ab.
Transluzentes,
transzendentes
Nicht-Dach,
götterfreier Himmel,
nicht gottlos.

Nur losgelöst von
Vermenschlichung,
Verharmlosung








Licht bin ich

So leucht‘ mir, Licht,
erhelle mich.
Dein Kind bin ich.
Vergess‘ ich es, und
werde nicht
wie du, ein Schein,
ein Strahl
ein Lichtgebild und
voll von mir,
verlier‘ ich mich
mit einem Mal.

Dann stürz‘ ich in
Vergessenheit,
verlier‘ mein Fern,
mein Nah,
bin nur mehr da,
nicht überall.
Verlier‘ den Fels.
Doch: Halt!
Auch Luft bin ich,
auch Flug und, ja,
auch Dunkelheit.

Und, Gott, als dich
lieb‘ ich das Licht
und mich,
und ich
bin all das
Dunkle, Helle,
Fest‘ und Weiche,
Fern‘ und Nahe.
Da wie dort ist überall
und überall,
wie Licht,
bin ich








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